Iran, den 19-29.05.2010

Die Bemühungen um die Organisation des Internationalen Ballon-Festival in Shiraz nahmen vor zwei Jahren Ballonpiloten von der Vereinigung „Niebo Otwartej Europy“ aus Krakau auf. Die Stadt Shiraz war sehr darauf bedacht, dass das 1. Internationale Heißluftballon-Festival dort stattfindet.

Man muss sich merken, dass der Iran ein Land ist, welches von religiösen Fundamentalisten regiert wird, für die die Offenheit fremd ist. Deshalb waren sie misstrauisch für unsere Präsenz und die Ballonflüge. Während des gesamten Aufenthaltes hatten wir permanente „Wächter“, was mit dem herzlichen Empfang seitens der Stadtverwaltung krass kollidierte. Nach der Ankunft am Flughafen wurden wir von dem Bürgermeister in einem für offizielle Delegationen vorbereiteten Raum begrüßt, wo wir mit Obst und Getränken bewirtet wurden. Nach einer kurzen Begrüßung erhielt jeder von uns symbolische Rosen.

„Normale“ Menschen auf der Straße zeigten uns Freundlichkeit und Sympathie. Sie kamen zu uns, fragten und unterhielten sich gerne mit uns. Diese Offenheit war besonders sichtbar bei jungen Menschen mit guten Englischkenntnissen, die bereit waren, E-Mail-Adressen auszutauschen.

In Shiraz, einer Stadt gelegen ca. 1000 km südlich von Teheran, gastierten wenige Europäer. Wir sind am 19. Mai gelandet. Zusammen mit uns kamen 14 Luftballons (50 Personen), 11 aus Polen und je einer aus Litauen, Österreich und der Schweiz. Unsere Firma wurde durch eine Mannschaft mit Ballon SP- BII „TENT GROUP“ vertreten. Im Iran haben wir 10 Tage verbracht. Die Veranstalter sorgten für viele Attraktionen und Ausflüge für uns. Wir waren unter anderem:
– in Persepolis (Ruinen des Sitzes der Herrscher von Persien von vor 500 Jahren vor Christus), in Teheran (ehemaliger Residenz-Palast des Schahs von Iran), in den Bergen, am Wasserfall (3000 m über dem Meeresspiegel), im Skizentrum in den gleichen Bergen, am Salzsee und natürlich auch auf dem Basar.

Im Iran konnten wir am Wettbewerb teilnehmen, aber es fand praktisch fast keine Konkurrenz statt. Es gelang uns nur, einen Galaabend, Show mit Fesselballon im Stadion, zu organisieren. Die einzigen Beobachter dieser Veranstaltung waren die Sicherheitsdienste, das Militär und die Vertreter der Stadtverwaltung. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes haben wir einen Flug ausgeführt. Kurz vor dem Start stellte sich heraus, dass die Piloten nur dann fliegen, wenn sie an Bord eines Soldaten mitnehmen. Die Soldaten hatten Funkgeräte und Pistolen im Holster. Einige der Piloten verzichteten auf den Start und diejenigen, die sich für den Flug entschieden, bereuten es. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Soldaten hinter dem Rücken des Piloten die Fallschirmklappe öffneten, um den Ballon zum Landen zu zwingen, oder Gaszufuhr an der Gasflasche trennten. Es kam auch dazu, dass sie mit einer energischen Geste nach links oder rechts abbiegen ließen (was im Falle eines Ballons unmöglich ist) sofort landen wollten, wo unter dem Ballon die Gebäude der Stadt waren… Nach diesem ungewöhnlichen Flug kamen einige der Soldaten ins Hotel und entschuldigten sich für diese Situation und sagten, dass sie solche Befehle erhielten.

Zusammenfassend ist es ein großer Erfolg, dass die Ballons zum ersten Mal in der Geschichte dieses Landes überhaupt starten durften. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen belohnte all diese schwierigen Situationen mit Flügen.

Da wir das Engagement der Stadtverwaltung von Shiraz für die Organisation des Festivals sahen, denken wir, dass es eine Chance gibt, diese Veranstaltung in der Zukunft zu wiederholen. Touristisch gesehen ist der Iran attraktiv, es gibt dort keinen kommerziellen Tourismus. Es ist sicher, vorausgesetzt, dass man die dort geltenden Regeln beachtet.